ACTRESS BRIGITTE HELM (1908-1996)

CONTENTS



ABSTRACT
CURRICULUM VITAE
TEXTS ABOUT BRIGITTE HELM
OBITUARIES
PICTURES
LITERATURE
    Brigitte Helm (1906-1996)

ABSTRACT



In 1925 at age 17, Brigitte Helm was chosen for the role, in fact double role, as Maria / robot in Fritz Lang's silent classic METROPOLIS (released 1927). This role made her a star for all times: the Maria robot is an icon of pop culture now. From 1927-1935, Helm starred in more than thirty German, French and British films, including ALRAUNE (silent 1928, sound 1930), DIE LIEBE DER JEANNE NEY (1927), DIE HERRIN VON ATLANTIS (L'Atlantide / The Mistress of Atlantis, 1932), and GOLD (1934). In 1935, she married a millionaire and retired from the film business. She had four children, lead a reclusive life in Switzerland, and died at age 88.




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CURRICULUM VITAE



1908: 1925: 1927: 1928: 1929: 1930: 1931: 1932: 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: 1939: 1942: 1968: 1996:


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TEXTS ABOUT BRIGITTE HELM



Anonymous
Wie sie wurden -- Brigitte Helm


Bevor Brigitte Helm das erstemal in einem Film mitwirkte, wurden nicht nur die Fachkreise, sondern auch die Allgemeinheit auf sie aufmerksam. Sie begann ihre Starlaufbahn gleich mit einer Hauptrolle, und die Art, wie sie zum Film gekommen war, hatte etwas Besonderes an sich. Sie wurde aus dem Nichts an den "Himmel der Flimmersterne" -- um diese Phrase zu gebrauchen -- gezogen; nicht etwa aus dem Nichts der Komparsen and unbekannten Statisten, sondern aus dem Nichts derjenigen, die nie geschauspielert haben. Brigitte Helms erstes Auftreten in "Metropolis" erregte Aufsehen; das, was Hunderttausende von Mädchen sich träumen, was jede kleine Schauspielerin sich sehnlichst wünscht, wurde bei ihr über Nacht Erfüllung. Es klingt beinahe wie ein Märchen, die Geschichte von der kleinen Schauspielerin Brigitte Helm, die heute zu unsern ersten Darstellerinnen gehört. Die seit ihrer ersten Rolle nicht das Schicksal der meisten Tagesberühmtheiten geteilt hat, sondern dort geblieben ist, wo der Zufall, das Glück und nicht zuletzt ihre Begabung sie hingestellt haben. Die meisten Heute-Entdeckten sind morgen vergessen, aber Brigitte Helms Name hat sich Geltung verschafft, ihre Persönlichkeit hat sich gleich beim erstenmal durchgesetzt und behauptet. Eine Legende hat sich bereits um ihre Entdeckung gebildet: Eines Tages -- so sollen angeblich die Leute erzählen -- sei Brigitte mit ihrer Mutter in der Straßenbahn gefahren. Ihr gegenüber habe ein monokelbewaffneter Herr gesessen, der die Kleine scharf angeguckt habe. Plötzlich habe er sich von seinem Platz erhoben, sei auf die Mutter des blonden Kindes zugegangen und habe gesagt:. "Kommen Sie doch morgen mit ihrer Tochter zu mir!" Mit diesen Worten habe er ihr seine Karte überreicht: "Fritz Lang, Filmregisseur . . ."

Diese Geschichte klingt sehr schön; sie hat nur den einen Fehler, daß Fritz Lang nicht Straßenbahn fährt und daß sie daher also nicht wahr sein kann. Doch das steht unumstößlich fest, daß Fritz Lang sich Brigitte Helm aus dem Nichts hervorge"langt" hat. Und das kam so:

Die Mutter Brigittes war stets um die Zukunft ihrer Tochter bemüht. Das Leben war ihr nicht leicht: das Kind sollte etwas Anständiges werden, es sollte seinen Weg machen, damit ihr Sorgen und Kummer erspart blieben. Da kam ihr ein glücklicher Gedanke: Sie ließ Brigitte photographieren -- das Bild ist hier abgedruckt -- und sandte das Photo mit einigen Worten an Thea v. Harbou und ihren Gemahl Fritz Lang. Und Fritz Lang, gerade mit den Vorarbeiten zu "Metropolis" beschäftigt, fand Gefallen an dem Kind und ließ es zu sich kommen. Einige Probeaufnahmen gelangen -- und der große Regisseur wagte das Spiel mit dem kleinen Mädchen. Vielleicht war es ihm zuerst nur ein Versuch, eine Laune -- aber im Innersten muß er doch überzeugt gewesen sein, daß er mit Brigitte Helm einen Glücksgriff getan habe.

So wurde Brigitte Helm Filmschauspielerin.

Das hatte sie eigentlich nicht erwartet, Ihr Traum ging ganz woandershin. In ihren Kinderjahren kam sie in eine Pension bei Magdeburg; erst nach und nach lebte sie sich in die ihr wenig zusagende fremde Umwelt ein. Ihre Lieblingsbeschäftigung war das Spielen -- und dann das Träumen, das ja mit dem Spielen zusammenhängt und verwandt ist. Sie spielte -- nicht etwa Theater oder Film, sondern sie beschäftigte sich in ihrer freien Zeit mit Astronomie. Oft saß sie auf dem Dach und blickte des Abends zum Himmel und konnte genau sagen, wo die Kassiopeia und der Orion ihren Stand haben. Und da wünschte sie sich -- Lehrerin zu werden. Doch dieser Traum wurde eines Tages jäh unterbrochen. Aber wer will behaupten, daß die Wirklichkeit nicht noch viel schöner war? Beinahe wie ein Märchen . . .

Kinematograph (Berlin) vol. 23, no. 64, 17 Mar 1929.



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OBITUARIES

HS [Helmut Schmitz]
Die Frau, die "Metropolis" schuf: Brigitte Helm ist tot


Raketenstart einer Karriere in einem Zukunftsfilm: Für Metropolis engagierte Fritz Lang 1926 Brigitte Eva Gisela Schittenhelm sozusagen von der Schulbank weg und machte sie als Brigitte Helm auf Anhieb zur Kinogröße, die angeknackste Ufa durch den Erfolg des Films aber zu aller Erleichterung (eher war mit dieser Unbekannten in der Hauptrolle das Gegenteil erwartet worden) wieder liquide. In der Doppelrolle der Maria und des nach ihrem Ebenbild geformten Maschinenmenschen behauptete die junge, zarte Helm (laut Friedrich Luft "eine sonderbare Art eckiger Schönheit") sich in diesem von Architektur, Ausstattung und Kostümen dominierten, monumentalen Werk neben Stars wie Gustav Fröhlich und Heinrich George. Der Ufa war sie fortan teuer, der Filmkonzern konnte sie lukrativ ausleihen und die mit ihr gedrehten Filme dann selbst verleihen. Einen Prozeß gegen ihren Arbeitgeber, von dem sie sich weder genug herausgestellt noch ausreichend bezahlt fühlte, verlor Brigitte Helm, die zwei Monate, die sie die Ufa-Ateliers bestreikt hatte, mußte sie nacharbeiten. Brigitte Helm hatte auch befürchtet, auf die Femme fatale festgelegt zu werden -- ein Frauentyp freilich, in dem sie beim Publikum besonders gut ankam. Sie hat in zehn Jahren in zehn Stumm- und 18 Tonfilmen mitgewirkt, so Manolescu von Victor Tourjansky, Die Liebe der Jeanne Ney und Die Herrin von Atlantis von G.W. Pabst, Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna von Erich Pommer, Alraune von Richard Oswald als Tonfilm sowie, zwei Jahre zuvor, 1927 dieselbe Rolle noch im Stummfilm. 1934 dann Gold von Karl Hartl, und im Jahr darauf zog sich, auch wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem NS-Regime, Brigitte Helm ins Privatleben zurück. Ihre Filmkarriere war beendet. In Metropolis wird sie bis ans Ende aller Filmkunst gegenwärtig sein, auch nach ihrem Tod. Im Alter von 88 Jahren ist Brigitte Helm am Dienstag in Ascona an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben.

Frankfurter Rundschau 13 Jun 1996, p. 8 [reprinted by permission].

Anonymous [Anke Westphal]
Brigitte Helm


Gisele Eve Schittenheim hieß der zukünftige Ufa-Star, der 1906 als Tochter eines Offiziers in Berlin geboren wurde. Schon als Vierzehnjährige trat Brigitte Helm in einem "Kulturfilm" auf, doch eigentlich wollte sie Astronautin werden. Mutter Schittenheim überredete die junge Brigitte jedoch, Probeaufnahmen bei Fritz Lang zu machen, und Fritz Lang war es auch, der Brigitte Helm entdeckte "sein Metropolis" machte sie 1927 zum Star. Die blonde, zarte Helm spielte neben Gustav Fröhlich und Heinrich George eine Doppelrolle: das Arbeitermädchen Maria und seine bösartige Doppelgängerin, eine Maschinenfrau. Halbnackt tanzt sie vor der Oberschicht von Metropolis, Technikwahn in Art-deco-Ambiente. Die gleiche Brigitte Helm sieht man als lichtumflorte, sanftäugige "Madonna der Kinder" von Metropolis. Übergroße Augen im schmalen Gesicht, das von einer Strahlenkrone gerahmt wurde, ein biegsamer Mädchenkörper, dunkler Sog und blickloses Trauern -- ihre ebenso ätherische wie zweideutige Schönheit schien Brigitte Helm für immer auf die Rolle der femme fatale festzulegen. 1927 nimmt sie in "Alraune" als synthetisches Wesen, erzeugt aus den Körpern einer Dirne und eines Gehenkten, grausam Rache an den ihr verfallenen Opfern. -- [p. 17:] "eine betörende Frau von destruktiver Gefühllosigkeit", zugleich tödliches Unbewußtes lange vor Stephen King. Brigitte Helm, eine subtile Frau, bemühte sich um differenziertere Rollen. So spielte sie ein blindes Mädchen ("Die Liebe der Jeanne Ney") und in "Abwege" eine verbitterte Frau. Fast ein Jahrzehnt gehörte Helm zu den großen Stars der Ufa. Sie sollte die fesche Lola spielen, die Marlene Dietrich dann zum Platz im Olymp verhalf. Helm drehte in Frankreich und England, konnte aber den Sensationserfolg von "Metropolis", an dem sie zeitlebens gemessen wurde, nie wiederholen. 1935 heiratete sie den Industriellen Hugo Kuhnheim, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und bekam vier Kinder. Der Rückzug war bewußt gewählt; Brigitte Helm hatte die Studios wegen Differenzen mit den Nazis verlassen. Das schönste und geheimnisvollste Gesicht des deutschen Films wollte nicht paktieren. Am Dienstag schloß es im Alter von 88 Jahren in Ascona für immer die Augen.

taz, die tageszeitung 13 Jun 1996, pp. 16-17 [reprinted by permission].

Hanns-Georg Rodek
Die Helm: Unsterblich als Maschinenmensch Maria


Ascona -- Im Laufe von 100 Jahren hat der deutsche Film genau zwei Ikonen hervorgebracht, die weltweit sofort Erkennung finden. Die eine schlägt, auf einem Piano sitzend, die langen Beine übereinander, heißt Marlene Dietrich und stammt aus dem "Blauen Engel". Die andere steckt in einer Art Ritterrüstung, welche die Brüste betont, und assoziiert sofort "Metropolis". Nur -- anders als bei Marlene -- ist der dazugehörige Name in Vergessenheit geraten. Brigitte Helm wollte es so. Am Dienstag ist sie 90jährig im Tessin gestorben.

Vor "Metropolis" war nichts. Geboren in Berlin als Tochter eines preußischen Offiziers, Rollen bei Schulaufführungen, Abitur mit dem Berufswunsch Astronomin. Dann schickte Mutter Schittenhelm heimlich Brigittes Foto an Fritz Lang, der bestellte sie zu Probeaufnahmen und legte der 19jährigen Anfängerin die Hauptrolle in einem Meilenstein der Filmgeschichte auf die Schultern. Eine Doppelrolle sogar: die den Arbeitermassen Erlösung verheißende Jungfrau Maria sowie der Maschinen-Vamp Maria, welcher vom Herren von Metropolis als agent provocateur eingeschleust wird. Ein Part jedenfalls, mit dem sie die Extreme des damaligen (wie heutigen) Frauenbildes markierte: auf der einen Seite das von Gefühl, menschlicher Wärme und Mütterlichkeit geprägte Wesen, auf der anderen die entfesselte weibliche Sexualität, die nicht nur die kapitalistische Ordnung ins Chaos stürzt, sondern insbesondere die Mannesherrschaft bedroht. Nicht umsonst endet sie auf dem Scheiterhaufen, bevor die Ordnung wieder hergestellt werden kann.

Das war eines jener fulminanten Debüts, nach denen es eigentlich nur noch bergab gehen kann. In den nächsten Jahren vermochten die Regisseure in ihr fast nur den schwarzhaarigen Vamp zu sehen, von Henrik Galeens "Alraune" über Marcel L'Herbiers "Geld! Geld!! Geld!!!" bis zu G.W. Pabsts "Die Herrin von Atlantis". Scharf geschnittene Züge, starre Mimik, vorgezogene Schultern, vorgeschobenes Becken -- sie war die deutsche, wenn auch entschärfte Antwort auf die Film-Vamps wie Theda Bara oder Pola Negri.

Einen Zehnjahresvertrag hatte sie nach "Metropolis" mit der Ufa geschlossen, ein Traum für ein junges Mädchen, doch nach fünf Jahren schon ein Alptraum für die gereifte Schauspielerin. Sie wollte nicht mehr als Vamp und Agentin, Spionin und Giftschluckerin über die Leinwand zwielichtern und klagte vor dem Filmschiedsgericht auf andere Rollenverwendung. Nach einem Vergleich durfte sie auch "moderne" Frauen spielen, durch eigenen Beruf selbständig und doch noch die Hoffnung auf die große Liebe im Kopf.

Den Sprung in den Tonfilm schaffte sie (die nie Sprecherziehung erhalten hatte), den Goebbelschen Personalschnitt überstand sie, doch ihr Faible für schnittige Sportwagen wurde ihr zum Verhängnis. 1933 überfuhr sie einen Radler und kam mit 600 Reichsmark Geldstrafe davon. 1934 verletzte sie eine Fußgängerin schwer und mußte für zwei Monate ins Gefängnis. Einen einzigen Film drehte sie danach noch, dann kam alles zusammen: ihr Image als "Vamp am Volant", die unbefriedigenden Rollen, der Mann ihres Lebens. 1935 heiratete sie den Münchner Industriellen Dr. Hugo Kunheim, zog ihre vier Kinder groß und blickte nie zurück. Presse und Filmhistoriker deckten sie 60 Jahre lang mit Interview-Wünschen ein und holten sich ausnahmslos Absagen. Was bleibt, ist der Maschinenmensch Maria.

Die Welt 13 Jun 1996, p. 8 [reprinted by permission].

Anonymous [Dr. Norbert Grob]
Brigitte Helm


Gerade zehn Jahre dauerte ihre Karriere -- von 1926 bis 1936. Doch in dieser Zeit arbeitete Brigitte Helm mit den besten Kino-Regisseuren zusammen, die Deutschland damals noch zu bieten hatte: 1927 mit Karl Grune ("Am Rande der Welt"), 1931 mit Gustav Ucicky ("Im Geheimdienst") und Gerhard Lamprecht ("Spione am Werk"), 1933 mit E.A. Dupont ("Der Läufer von Marathon"), 1934 mit Arthur Robison ("Fürst Woronzeff"), 1935 mit Herbert Selpin ("Ein idealer Gatte"). Angefangen aber hatte sie ganz oben: in Fritz Langs "Metropolis", als "Heilige und Hure". Einerseits ist sie das gutmütige Arbeitermädchen Maria, das die Unterdrückten zu führen sucht, um sie von der erlösenden Macht menschlicher Herzenskraft zu überzeugen. Andererseits ist sie das kaltherzige Maschinenwesen, das, als Marias Ebenbild entworfen, "das Volk im Sinne der Herrschenden verführen soll". Brigitte Helm gelang mit dieser Rolle ein aufreizendes Spiel zwischen Schein und Sein, das sie zu einer Ikone des deutschen Kinos machte. Ihr Auftritt nahm bereits vorweg, was erst später im Kino klar wurde, bei Marlene oder Marilyn: Auch Verführung ist bloß ein Effekt. Ihre "Alraune" (1927, stumm, für Henrik Galeen; 1931, mit Ton, für Richard Oswald), dieses künstliche Geschöpf, erdacht, um die Männer zu verwirren und ins Verderben zu reißen, zeigte dann alle Facetten des Kino-Vamps. Sie variiert geradezu genüßlich die Aura des Dämonischen: ein so faszinierendes wie ängstigendes Spiel um Männerphantasien am Rande des Verbotenen. Brigitte Helm, die ihre Rollen nie sonderlich, ihre Funktion innerhalb des NS-Staats überhaupt nicht mochte, entschied sich -- nach Ablauf ihres ersten, zehn Jahre dauernden Vertrags mit der Ufa -- auszusteigen. Sie heiratete den Industriellen Hugo Kunheim, gebar vier Kinder und verbrachte ihr Leben zurückgezogen in Ascona. Anfang vergangener Woche starb sie achtundachtzigjährig in ihrer Villa an einem Herzversagen.

Die Zeit 21 Jun 1996, p. 44 [reprinted by permission].

Anonymous
Brigitte Helm


Obwohl sie sich bereits Mitte der 30er Jahre, damals selbst knapp 30jährig, nach Schwierigkeiten mit dem NS-Regime und Dauerfehden mit der Ufa vom Filmgeschäft zurückzog, steht der Name Brigitte Helm (eigentlich: Brigitte Eva Gisela Schittenhelm) auch heute noch für einen (Film-)Mythos. Ein Mythos, der bereits mit ihrer ersten Filmrolle erschaffen wurde. Fritz Lang trug ihr die Doppelrolle der Maria und der nach ihrem Ebenbild erschaffenen Maschinenfrau in seinem Filmklassiker "Metropolis" (1925/ 26) an. Die am 17. März 1906 in Berlin geborene Schauspielerin, die keine Schauspielausbildung hatte, überzeugte nicht nur in der ungeheuer widersprüchlichen Doppelrolle -- hier die zarte, liebende Frau, ein fast ätherisches Wesen, das sich für die Mitmenschen verzehrt, dort der kühle, stahlharte Vamp, als Verkörperung eines todbringenden Lustprinzips --, sondern verhalf der maroden Ufa auch zu einem überwältigenden kommerziellen Erfolg. Ein Zehnjahresvertrag war eine der Folgen, die Rollenfestlegung auf den männermordenden Vamp ("Alraune", 1927) eine andere. Zwar schaffte Brigitte Helm den Übergang zur Tonfilmära und drehte in England und Frankreich, doch als 1935 der Ufa-Vertrag auslief, zog sie sich zurück. Daß Brigitte Helm nicht nur Cineasten, sondern auch einem jüngeren Publikum bekannt geblieben ist, ist wohl Giorgio Moroders nicht unumstrittener Neufassung von "Metropolis" (1984) zu verdanken. Brigitte Helm starb am 11. Juni im Alter von 88 Jahren in Ascona an Herz-Kreislauf-Versagen.

film-dienst vol. 49, no. 14, 02 Jul 1996, p. 42 [reprinted by permission].

Anonymous
Brigitte Helm 17.3.1906 - 11.6.1996


Schon ihr erster Leinwandauftritt machte sie zu einer der Ikonen des Kinos. 1925 spielte Brigitte Helm als Neunzehnjährige in Metropolis die Rolle der Roboter-Maria, die von den Herren der Riesenstadt als "agent provocateur" unter die Arbeiter gesandt wird. Die Sequenz, in der der Maschinenmensch, noch an Schläuchen und Drähten hängend, zum Leben erweckt wird, taucht noch heute in manchem Video-Clip auf. Die Schauspielerin, als Brigitte Eva Gisela Schittenhelm geboren, spielte in dem Film von Fritz Lang auch den Gegenpart, das Arbeitermädchen Maria, das in der Zukunftsstadt die Massen anführt. Diese Doppelrolle brachte ihr einen Zehnjahresvertrag bei der Ufa ein, obwohl Metropolis die Produktionsgesellschaft fast in den Ruin getrieben hätte. Doch die Rollen, die sie in den Filmen etwa von Henrik Galeen (Alraune, 1927) oder Marcel L'Herbier (Geld! Geld! Geld! , 1928) zu übernehmen hatte, legten sie auf die Rolle des Vamp fest, und Brigitte Helm klagte sogar gegen die Ufa auf andere Rollen. Mit der Umstellung auf den Tonfilm kam Brigitte Helm gut zurecht, mit den Nazis nicht: 1935 drehte sie ihren letzten Film, Ein idealer Gatte von Herbert Selpin, und zog sich nach Meinungsverschiedenheiten mit dem NS-Regime und nach der Heirat mit einem Industriellen ins Privatleben zurück. In zehn Stumm- und 28 Tonfilmen hat sie in den zehn Jahren ihrer kurzen Karriere mitgewirkt.

epd film no. 8/ 1996, p. 18 [reprinted by permission].



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